Deponien

Detektion von Sickerwässern in einer Mülldeponie

Im Vorfeld von Standsicherheitsberechnungen für eine ehemalige Mülldeponie sollten mögliche Sickerwässer im Deponiekörper erfasst werden. In Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse sowie der Resultate der Standsicherheitsberechnungen, bei denen das Vorhandensein von Wasser eine ganz entscheidene Rolle spielt, sollten später Entwässerungsbohrungen zur Erhöhung oder Wiederherstellung der Standsicherheit abgeteuft werden.

Die Deponie befindet sich in einem Gipsstock. Bei dem abgelagerten Material handelt es sich im wesentlichen um Papierabfälle, Klärschlamm und Bauschutt. Die Oberflächen-abdichtung besteht aus einer mehrere Dezimeter mächtigen Schicht bindigen Materials.

Zur Detektion möglicher Sickerwasserhorizonte (Stauwasser) wurden geoelektrische Widerstandstiefensondierungen in Schlumberger-Anordnung auf insgesamt drei Profilen durchgeführt (siehe Abb.1), Die maximale Auslagenlänge betrug AB/2=150 m.

Abb. 1: Blick auf die ehemalige Mülldeponie. Die Lage der drei Messprofile ist im Bild markiert.

Zur Kalibrierung der Messdaten standen die Bohrergebnisse von insgesamt 6 Gasbrunnen zur Verfügung.

Exemplarisch für die Ergebnisse der Untersuchungen ist der geologische Längsschnitt für Profil 1 in Abb.2 dargestellt. Auf dem 105 m langen Profil wurden geoelektrische Widerstandstiefensondierungen (WTS) mit einer Informationstiefe von 10 m bis 50 m durchgeführt. Nach einer 1D-Inversion der mit engem Messpunktabstand durchgeführten WTS und einer Kalibrierung an vorhandenen Bohrdaten konnten Hinweise auf unterschiedliche Müllschichten sowie einen zusammenhängenden Grundwasserspiegel und einzelne Stauwasserbereiche gewonnen werden. Die Ergebnisse der Interpretation wurden als Längsschnitt durch den Deponiekörper dargestellt (Modell).

Abb. 2: Geologischer Vertikalschnitt der Deponie (entlang Profil 1) nach einer quantitativen Interpretation der geoelektrischen Widerstandstiefensondierungen