Tunneltrassen

Baugrunderkundung für einen geplanten Tunnel in der Nordschweiz
Geologisch-geophysikalische Untersuchung

Zur Entspannung der problematischen Verkehrssituation sollte parallel zu zwei bereits vorhandenen Tunnelröhren eine dritte Röhre durch einen bis zu 531 m hohen Hügel erstellt werden (Abb. 1). Hierzu waren im Vorfeld detaillierte Baugrunderkundungen erforderlich.

Abb. 1: Ansicht des Westportals

Als Basis der Untersuchungen dienten Erkenntnisse von früheren geotechnischen Erhe-bungen und insbesondere von den Tunnelbaumaßnahmen der ersten beiden Röhren. Daher konzentrierten sich die Arbeiten im Westbereich auf die Erfassung der Untergrenze einer Schotterrinne, die den bisherigen Erkenntnissen zufolge in den Bereich der geplan-ten Tunnelröhre reichen dürfte. Im Ostbereich war im wesentlichen festzustellen, inwieweit die an der Oberfläche zum Teil deutlich erkennbare Sackungsmasse im Ein-flussbereich der Tunneltrasse liegt.

In einer ersten Erkundungsphase wurden geoelektrische Widerstandstiefensondierungen durchgeführt. In einer zweiten Phase erfolgten die gezielt gesetzten Kernbohrungen, die zur Kalibrierung der geoelektrischen Messdaten herangezogen werden konnten.

Im Arbeitsgebiet stehen Gesteine der Unteren Süßwassermolasse an, die von jüngeren Deckenschottern überlagert sind. Die Untere Süßwassermolasse stellt eine Wechsel-lagerung aus Mergeln, Sandsteinen und Siltsteinen dar, wobei die Mergel- und Sandsteine dominieren.

Durch kombinierte geologisch-geophysikalische Untersuchungen kann man die Unter-grundverhältnisse gut erkennen. Auf der Westseite wurde die Grenze zwischen den Unteren Schottern und der Unteren Süßwassermolasse festgestellt. Den Messergeb-nissen und den Bohrkernaufnahmen zufolge steigt die Felslinie am östlichen Profilende an (siehe Abb.2).

Abb. 2: Geologischer Längsschnitt der Westseite der Tunneltrasse

Auf der Ostseite sind eine Störung im westlichen Profilbereich sowie eine vermutete Sackungsmasse bzw. eine potentielle Gleitfläche als besonders markante Strukturen festzustellen. Die vermutete Sackungsmasse weist einige Klüftungszonen auf, die im geologischen Längsschnit dargestellt sind (Abb.3). Die Sackung wurde auch im Gelände beobachtet (Spalten, Säbelwuchs der Bäume). Diesem möglichen Gleit- oder Sackungs-körper ist insofern eine besondere Bedeutung beizumessen, als durch Änderungen der Spannungszustände beim Tunnelbau – insbesondere im Portalbereich – Bewegungen entlang der potentiellen Gleitfläche nicht auszuschließen sind.

Abb. 3: Geologischer Längsschnitt der Ostseite der Tunneltrasse