Verdeckte Altablagerungen

Erkundung einer verdeckten Altablagerung

Zur Erkundung einer verdeckten Altablagerung wurde eine Kombination geophysikalischer (geoelektrische Widerstandstiefensondierungen, elektromagnetisches Reflexionsverfah-ren) und geochemischer Verfahren (z.B. Bestimmung der CKW-Konzentration in der Bodenluft) eingesetzt.

Beispielhaft werden im folgenden die Ergebnisse anhand eines ca. 100 m langen Profils diskutiert.

Im geoelektrischen Pseudo-Vertikalschnitt (gemessene Daten, Abb.1) ist die Verteilung des scheinbaren spezifischen elektrischen Widerstandes dargestellt. Anhand des Verlaufs der Isoohmen (Linien gleichen Widerstandes) lässt sich eine erste laterale Abgrenzung des Deponiekörpers vornehmen.

Abb. 1: Geoelektrischer Pseudo-Vertikalschnitt

Im Längsschnitt (Abb. 2) sind die Ergebnisse nach kombinierter Interpretation der geoelektrischen Widerstandstiefensondierungen und der Messdaten des elektromagnetischen Reflexionsverfahrens dargestellt. Hierbei fällt insbesondere der Bereich zwischen Profilmeter 15 und 53 auf, der sich aufgrund der Strukturen und der elektrischen Schichtwiderstände deutlich von den anderen Profilabschnitten unterscheidet. Die erreichte Eindringtiefe sowie die aufgelöste Schichtenfolge deutet hier auf Schüttungen innerhalb eines Deponiekörpers hin.

Abb. 2: Längsschnitt nach der quantitativen Interpretation der geoelektrischen Widerstandstiefensondierungen und des elektromagnetischen Reflexionsverfahrens
 

Im Vergleich der Daten der geoelektrischen Kartierung in SCHLUMBERGER-Anordnung für unterschiedliche Tiefen (AB/2= 4,5 m, 7,5 m und 12,5 m) und der Daten der Bodenluftmessungen (exemplarisch ist in Abb.3 die Kurve der CKW-Werte dargestellt) zeigt sich, dass im Bereich der Deponie geringe Widerstandswerte mit hohen CKW-Werten korrelieren, hingegen im Bereich der geogenen Ablagerungen nur geringe CKW-Konzentrationen bei hohen elektrischen Widerständen auftreten. Insbesondere im Abschnitt um Profilmeter 30, in dem die größte Tiefenerstreckung der Altablagerung ermittelt wurde, konnten maximale CKW-Konzentrationen in der Bodenluft gemessen werden.

Abb. 3: Vergleich der Ergebnisse der geoelektrischen Widerstandskartierung für verschiedene Tiefen (blaue, grüne und rote Kurve) und der Bodenluftmessungen (CKW; violette Kurve)