Wasserwegigkeiten in der Umgebung einer ehemaligen Deponie

In zwei Pegeln (P4 und P9) sowie einer Au-Quelle (siehe Abb.1) waren erhöhte CKW-Konzentrationen festgestellt worden. Geophysikalische Untersuchungen hatten zum Ziel, mögliche Wasserwegigkeiten zwischen der südlich von Pegel 9 befindlichen ehemaligen Deponie und Pegel 9 zu detektieren.

Abb. 1: Skizze mit Messpunkten und Messprofilen

In einem abgestuften Untersuchungsprogramm wurden folgende Methoden angewandt:

Das Arbeitsgebiet liegt an einer Landesstraße und wird von dieser Straße gequert. Unter einer 4 m bis 12 m mächtigen quartären Deckschicht (Löß, Lößlehm und Auffüllung) stehen die Schichten des Lettenkeupers (ku) über Oberem Muschelkalk (mo) an. Die Grenze ku/mo ist zwischen 25,7 m und 32,1 m unter GOK zu erwarten. Der Grundwasserspiegel befand sich bei 5,85 m (Pegel P9).

Für die „Mise à la masse“-Methode wurde eine Stromelektrode (Einspeisungselektrode) in den Pegel 9 eingebracht und die Messungen längs der in Abb.1 markierten Profile in Gradienten-Anordnungen mit Potentialelektrodenabständen von 5 m und 10 m, bei einem Messpunktabstand von 5 m durchgeführt.

Ergebnisse der „Mise à la masse“- Messungen mit MN=5 m (Abb.2):

  • Durch die Isolinie „0 mV/m“ (Wendepunkt des Potentialfeldes) wird ein elektrisch gut leitender Körper im Untergrund angezeigt (hier: angenommene Wasserwegigkeit, die im Zusammenhang mit dem Kluftsystem steht)
  • Die drei Wasserleitungen, die mit den Profilen 1, 2 und 3 gequert wurden, deuten sich lediglich schwach im Isolinienbild an.
Abb. 2: Ergebnisse der „Mise à la masse“-Messungen

Durch die Korrelation der Messergebnisse der drei eingesetzten Methoden („Mise à la masse“, Eigenpotential und Radon-Emanationsmessungen) lassen sich folgende Schlüsse ziehen (Abb.3):

  • Im Messgebiet nördlich und südlich von Pegel 9 befindet sich ein hauptsächlich NNW-SSE-orientiertes Störungs-/Kluft-System, auf dem Fließprozesse stattfinden.
  • Es deutet sich ein zweites System mit W-E-Orientierung an, das in unmittelbarem Zusammenhang mit der Hauptwasserwegigkeit steht.
Abb. 3: Lageplan mit interpretierter Wasserwegigkeit